28 Februar 2006

Mimose?
Wenn man von einer Mimose spricht so meint man zuerst mal eine Pflanze die bei Berührung ihre Blättchen einzieht. Diese ist in den Tropen zuhause und nennt sich Mimosa pudica.
Im Sprachgebrauch meint man damit auch einen Menschen der sich schnell in sich zurückzieht, also empfindlich reagiert.
Die Mimose die ich meine ist eine Akazie ( Akacia dealbata) aus der Familie der Mimosaceae. Sie stammt ursprünglich aus Australien und wurde von James Cook im 18. Jahrhundert ans Mittelmeer gebracht. Einige Spielarten haben sich auch bei den Oberitalienischen Seen heimisch gemacht.
Und genau so eine Mimose musste ich heute Morgen trösten. Seit einigen Jahren lebt sie im Sommer draußen auf der Terrasse und im Winter im Wintergarten. Ich hatte immer Mitgefühl mit ihr wenn sie im Februar auf die Sonne wartet und am liebsten blühen würde, genau wie ihre Schwestern im Süden: Dann wirft sie vor Leid ihr gefiedertes, silbriges Blätterwerk ab fast bis sie fast ganz kahl ist. Dennoch treibt sie trotzig und hoffnungsfroh neue filigrane Blättchen aus. Heute spürte ich wie meine „Mimose“ träumt: Von genau dem kleinen Akazienhain in dem sie als kleines Bäumchen aufwuchs, am warmen Sonnenhang über dem glitzernden See. Sie träumt von der Blütenfülle, von den Myriaden von schwefelgelben lustigen Blütenpompons, flauschig wie Osterküken.
Dies ist beim Anblick des Schneegestöbers auch mein sehnsuchtsvoller Tagtraum. Die Mimosenblüte im Tessin die in wenigen Wochen beginnt. Tausende kleiner Sonnen die eine Leichtigkeit und eine Freude ausstrahlen die sehr ansteckend ist.
Ich sollte meine Mimose dahin zurückbringen wo sie hingehört. Bald.

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