08 November 2018

Novembergesichter... Mittagspaziergang auf dem Katzenbuckel

Zauberberg-Mittagsspaziergang im November


Es ist eine selt/en/same Verbindung die ich mit dem Katzenbuckel pflege.
Er spricht mit mir, manchmal in deutlichen Worten und manchmal flüstert er leise.
Oder sind es die feinen Schwingungen die sich mir mitteilen?
Montag- Wochenanfang war ich den Tag über unterwegs, schon etwas fahrig und unkonzentriert. Am Nachmittag spürte ich  dann eine sachte Unruhe in mir und dachte ein Abendspaziergang in der frischen Herbstluft würde mir gut tun. Doch etwas hielt mich zurück, als ich das Flüstern des Berges hörte und ich blieb Zuhause.
Gestern jedoch fuhr ich hoch, parkte vor meiner Zauberbergwiese und packte mein Rucksäcklein.

Es war traumhaft, den altvertrauten Weg zu gehen,- hoch zum Turm dann quer durch den Wald und zurück über die Wiesen.  Meine Seelenlandschaft!

Herzliche Grüße aus einem Novembertag
Margit

PS. Zusammen mit ein paar Fotos, welche sicherlich den beiden wirklich sehr netten Menschen gefallen könnten die mir am Gipfelfelsen begegneten und  mit denen ich mich fast eine dreiviertel Stunde über ganz vielfältige Themen unterhalten habe.



Der Himmel ist blau... 11 Uhr Mittags 

Stufen im Herbstkleid...

Schattenbild des Turmes...( Sonnenuhr?)

Blick nach Nordnordost...

Lichtteppich im alten Turmgemäuer


Mein Freund der Baum


 Gipfelfelsen
Blick nach Westen...

Frühlingsanmutung im November

Das kleine Blau und das kleine Gelb...

Baum mit Bank...( 90 Minuten später...)


03 Oktober 2018

Und du erbst das Grün...


Herrlich! Nach der gestrigen Herbst Tristesse
wärmt heute eine feinfühlige Sonne: Es scheint so als ob sich ein goldener Oktober ankündigt.

Und du erbst das Grün
vergangener Gärten und das stille Blau
zerfallener Himmel.
Tau aus tausend Tagen,
die vielen Sommer, die die Sonne sagen,
und lauter Frühlinge mit Glanz und Klagen
wie viele Briefe einer jungen Frau.
Du erbst die Herbste, die wie Prunkgewänder
in der Erinnerung von Dichtern liegen...

Rainer Maria Rilke


Grün und Blau

ein vollkommener Zauber des Augenblicks


Liebe Grüße
Margit






02 Oktober 2018

Oktober ...Melancholie


Liebe Gartenfreunde,

es ist seltsam, wie rasch sich der große Sommer 2018 verabschiedet, fast spüre ich noch die brennend heißen Granitsteine  in meiner Hand welche auf der Terrasse liegen.
Im Garten habe ich –in guter Voraussicht- schon fast alle Herbstarbeiten getan (  mit kalten Händen arbeiten ist mir nicht genehm) In den hoffentlich noch kommenden warmen Oktobertagen werde ich dieses Gartenjahr, gewürzt mit Wehmut,- beschließen.
Es ist noch nicht die Zeit zu resümieren, jedoch zu bemerken: es war kein Nutzgartenjahr!
Dafür schien die Sonne zu unerbittlich, die Erde trocknete aus und selbst das Basilikum beeilte sich zur Blüte zu kommen. So viele Gießkannen konnte ich irgendwann gar nicht mehr schleppen wie die durstigen Pflanzen verlangten.
Herbstasterngrüße 
Wilder Wein...
Doch die Obstbäume trugen schwer an ihrem Obst und es sind die Cidonia welche mich bald noch herausfordern, denn so viel Quittengelee wie es aus den Früchten geben könnte ist gar nicht zu bewältigen!

***

Heute zog es mich nicht hinaus, nein es war der erste Herbsttag der meine Gedanken fesselte. Ein Blick zum Zauberberg, Wolken verhangen, düster und trüb, ein kalter Wind, Blätter die eilends von den Bäumen fallen und diese fast greifbare Stimmung von Vergehen und Vergangenem das in Erinnerung sich neu belebt und näher kommt.
Das gibt mir Muse wieder mehr zu schreiben,- dazu habe ich mir ein Ofenfeuer angezündet und einige Bücher bereit gelegt für Tage wie diesen. Herbsttage in denen die Seele dünner wird, durchscheinend oder leicht verschleiert, kühl ums Herz greifend und zum Inne halten einlädt. Nachdenklich werdend, ruhig aber gleichzeitig wach, verletzlich und doch auch zärtlich stark.
Solche stillen Stunden mag ich sehr, diese unendlichen Gefühlsschattierungen, eine Aufgabe sie zu  enträtseln!

Der Herbst ist mein Gedankenspieler, mein Gefühlsbarometer.
So wie der Frühling mein  Pläne Schmied ist, -  und der Sommer meine Leidenschaft - nur mit dem Winter kann ich, seit einem frühen Streit in der Jugendzeit, nicht mehr so gut auskommen. ( ob da mal ein dicker Wintermantel helfen würde?)

Seelen wärmende Grüße aus einem stürmisch ungemütlichen Oktobertag
Margit

10 September 2018

Zwetschgenbaum...und Zauberberg


Liebe Gartenfreunde,

ich kann mich gut erinnern! Viele Begebenheiten und Gespräche bleiben als „Backup“ irgendwo in mir gespeichert, oftmals so klar und intensiv als wären sie gestern gewesen.
Manchmal denke ich es ist,- der Regel- eine gute Sache, sich zu erinnern, dann wenn es z. B. um Vorträge geht welche mich interessieren, oder Bücher die ich gelesen habe oder Filme die ich sah oder anderes Interessantes was sich in meine Tagesabläufe spielt.
Das eine oder andere würde ich auch gerne vergessen,- so webt sich das Eine ums Andere und vielleicht hat alles eine Bewandtnis.
Natürlich ist dies nur die Hälfte des Ganzen, so sag ich das nun mal, denn wahrgenommen und abspeichern ( um es in der PC üblichen Sprache zu sagen) tue ich natürlich ( so wie wir alle mehr oder weniger…) nur die Begebenheiten, Gespräche oder Begegnungen die sich eingewirkt haben und Einlass fanden irgendwo in mir.

Ja, was wollte ich eigentlich sagen: Ich kann mich z. B. erinnern, dass 2006 und 20011 ein herausragendes Zwetschgenjahr war. Damals 2006 gab es noch drei Zwetschgenbäume hier im Garten und heute gibt es nur noch einen, der beste Baum unter denjenigen die schon gefallen sind. Auch dieser ist zwischenzeitlich alt und sterbenskrank. Doch, - und das macht mich etwas traurig,- trägt er soviele Früchte, dass einige Äste abgebrochen sind von der Last. Es ist so, als würde er mir noch einmal dieses Geschenk seiner köstlichen Zwetschgen machen wollen bevor er sich ergibt.

Heute habe ich also Zwetschgen eingekocht und eine unsäglich feine Marmelade schmurgelt gerade noch im Backofen. Ein altes Rezept meiner Patentante, mit Zimtstange und Sternanis, ohne Zucker, - nur die sonnige Süße dieser alten Zwetschgensorte ( welche wohl keiner mehr kennt, - ich fragte schon einen Fachmann!)

Am Nachmittag zog es mich dann zum Zauberberg Katzenbuckel. Ich stieg in mein ( etwas marodes) Auto und fuhr hoch zum Parkplatz, packte mir ein Büchlein in den Rucksack und lief los. Gleich am „Aufstiegsweg“ leuchteten die lilarosa Pfaffenhütchen und der Weißdorn trägt ein rotes Kleid. Die sattblauen Schlehen sind reif ( besser wäre  diese Beeren nach dem ersten Frost zu ernten, wenn überhaupt- ich tue das nicht, sie gehören den Vögeln!)

Wie so oft ist Anfang der Woche keine Menschenseele dort oben unterwegs,, obwohl ich  auf dem Zauberberg immer Seelenhaftes spüre.
Es war sagenhaft!  Obwohl die Sonne sich hinter den Wölkchen versteckte. Eine leichte warme Brise hüllte mich ein und meine Gedanken, gingen schneller spazieren als ich laufen konnte.
Seltsam, dachte ich,- wie sich Wege dem Leben angleichen oder das Leben den Wegen. Kaum denkt man es geht mal schön gerade aus, übersichtlich und gemächlich,- so kommt eine Kurve, danach gleich ein Wegkreuz.
Oder man lenkt in einen Pfad ein,-ohne dass es im Gehen bewusst ist und findet sich plötzlich mitten im Wald wieder,- so wie ich vorhin.
Oh, je genug!
Ich möchte heute nicht philosophisch werden.



Herzlich
Margit



31 August 2018

Anfang...Spätsommer...mit Träumchen?


Liebe Gartenfreunde,

Manchmal denke ich die Zeit rennt, fast meine ich zu hören wie sie nach Luft schnappt und nur für kurze Momente inne hält um hastig zu verschnaufen.

Dies sind die Tage in denen ich mit haste, meine, dieses und jenes muss ich noch tun, dort noch etwas besorgen hier noch etwas aufräumen, da noch einen Besuch welcher der Besuchten gut tut einschieben und dazu noch einige Stunden monetär abgegoltener Arbeit in der Woche welche auf ihre Art recht anstrengend sein kann. Dann ist der Garten oft ein Zeit freier Raum der mich verlangsamt - oder es sind die stillen Spaziergänge an meinem Hausberg die mich verzaubern und die Zeit vergessen machen.


In den letzen Wochen spüre ich aber wie die rennende Zeit, dieses immerzu gefordert sein selbst in den Garten hineinschwappt. So schneide ich unentwegt Verblühtes ab, lese die herunter gefallenen Äpfel zusammen und die Mostbirnen( was mach ich nur mit ihnen?)  rupfe das „Unkraut“ und jäte in den Fugen der Sandsteinplatten das kurze harte Gras, reiße die letzen fast verdorrten Blätter des Gierschs heraus( er hat wohl nach einem saftigen Frühlingsbeginn diese Sommerhitze doch nicht so ganz schadlos überstanden, - mir soll`s recht sein!)  Ich  restaurierte die Gartenmöbel,- immerhin leuchten sie nun in fröhlichen Farben und sehen famos aus,- so entschädigen sie mich für meine Handarbeit. ( welche mir Spaß machte!)

Zwischendurch merke ich wie mich der Gedanke an den Gartentag, der immer unwahrscheinlicher wird doch noch antreibt, - und ich denke: die Wisteria muss geschnitten werden und das Efeu, die Haselnüsse aufgesammelt und dies und jenes Staudenbeet sollte umgegraben werden( und die Stauden geteilt... nur wer möchte dann die Stauden haben?)  und so weiter und so fort!

Heute während das kühle Regenwetter den letzten Augusttag besiegelte, wurde mir ganz leise bewusst: Dieser große Sommer ist dabei sich zu verabschieden, - und ich hoffe er tut das gemächlich und wandert in einen goldenen Spätsommer hinein, den ich liebe!
Und plötzlich wurde mir klar: jetzt wäre es noch eine gute Gelegenheit irgendwo ein neues Plätzchen zu entdecken, für ein paar Tage aus zu steigen, aus Allem was um mich her ist, um neue Eindrücke zu sammeln für die kalte Jahreszeit, so wie Frederick die Maus, in Lionnis Bilderbuchgeschichte.

So lasse ich mich an diesem Wochenende mal ganz von meinen Reise- Plänen tragen, einfach mal weg...nach- zu- spüren was ich wirklich will,- und einfach ausspannen.
Wo könnte es mir gefallen? Nach Norden oder eher nach Süden? Nach Westen oder eher nach Osten? Oder ist es nur ein Träumchen das mich narrt ?? 






Soviel heute von mir,- und aus dem "Garten für Elise"
gefunden in weißen Schmuckkörbchen,- ein berückender Lichtzauber während der Dämmerstunden zusammen mit den letzten Zinnien,- ein Kuss des heißen Sommers.

Herzlich
A presto
Margit


20 August 2018

Pinselstriche...

Liebe Gartenfreunde,
ein Garten braucht auch ein paar Stühlchen um dem Gärtner die Gelegenheit zu bieten mal auszuruhen!Ich lächle bei diesem Gedanken, denn wann kann sich ein Gärtner ausruhen?
Natürlich ist auch das nicht voller Ernst gemeint, denn m/ein Garten kann ja schon während des Unkraut zupfens die Erholung pur bedeuten.
Und wie berückend kann es dann noch sein nach einem Farbtopftag dieses St(ill)uhl-leben zu bewundern.
Ich sagte es ja schon es macht mir Spaß und ich würde Sie gerne dafür begeistern es mir gleich zu tun,- es braucht nur Pinsel und Farbe...beides Dinge die nicht viel Geld kosten,( die Bios die ich propagiere natürlich etwas mehr als die einfachen Acrylics)- und eine ähnliche Hingabe wie beim Unkraut jäten. Wobei wir wieder im Garten sind!




Jedenfalls finde ich diese sanften, lebendigen Farbtöne wirken freundlich und irgendwie lustig, zusammen im Kreis oder einzeln im Grün verteilt.
Auch hier, genau so wie bei meinen knallbunten Häkelarbeiten,- zeigt sich mir das Phänomen, dass viele Farbtöne bunt gemixt immer zusammenpassen. Vielleicht ist es einfacher als man denkt!

Wie wäre es auch jetzt gleich die Spätsommertage mit all ihren Farbschattierungen, die Wärme der Sonnenstrahlen mit ins Haus zu nehmen und dort die Wände streichen oder die alten Esszimmerstühle?

Ach, ja ich muss halt mal schauen was ich sonst noch finde!

a presto
Liebe Grüße
Margit


19 August 2018

Farbe-Zeit



Farbe-Zeit

( der Titel könnte anders lauten aber ich möchte hier keine Werbung, für in der Tat wirklich sehr gute Biofarben machen...)

Heute habe ich den ruhigen Sonntag ( nach der restlichen eher ruhigen Woche mit Möbelrestaurationen...jedoch dieses "Großprojekt" in BioFarbZeit möchte ich heute noch nicht herzeigen)
nochmal weiter genutzt um mit Farben zu spielen.
Hier im Garten gibt es einige Sitzgelegenheiten,- Stühle und Bänke, welche ab und an einen neuen Farbanstrich benötigen...bitte nicht mehr lila!

Dazu fand ich im Sperrmüll zwei kleine schrecklich abgenutzte, verfleckte Fußschemel und ein Nähkästchen stand in einer Kellerecke unter Spinnweben vergessen.
Von meinem letzten Trödelmarkt besuch stammt ein alter Biergartenstuhl und im Gartenhäuschen schlief ein Jugendstildornröschenstühlchen( welches nicht restauriert wurde damals als ich es fand, und seither unbeachtet, jedoch immer mit dickem Kissen kaschiert am Tisch stand.)

Ich liebe es  unscheinbaren, abgenutzten und ausgedienten alten Möbeln oder Kleinmöbeln, sofern sie nicht eine restaurierungswürdige Antiquität sind, mit Pinsel und Farbe ein neues Gesicht zu verleihen, sie wieder zum Leben zu erwecken. Es ist mir eine Freude meinem Farbgefühl freien Lauf zu lassen, die verschiedenen Töne zu mischen und auszuprobieren was passt und dann zu sehen wie es sich in die Wohnung oder den Garten einfügt.
Natürlich arbeite ich vorzugsweise mit Biofarben. Schon die Arbeit mit diesen Farben gibt mir ein gutes Gefühl, die Haptik der Farbflächen und die Ausstrahlung der Möbel ist eine andere als diejenige welche mit ( wasserlösliche) Acryllacken behandelt wurden. Jedoch kann man sich unzählige Farbtöne hiervon mischen lassen und sie sind etwas weniger aufwändig in der Verarbeitung als die Biofarben welche mehr Zuwendung fordern.
(Dazu kommt noch der Kostenfaktor,- so wäge ich ab ob es sich auszahlt in jedem Fall mit meinen vorzüglichen Biofarben zu arbeiten.)

Jedenfalls bin ich schon soweit im "Farbrausch" ( hatte ich schon öfters!) dass ich geradezu nach mehr Farbtöpfen dürste. Nur gehen mir die geeigneten Objekte dafür aus...

Ich finde es ist auch ein ungeheuer befriedigendes Gefühl so einfach etwas zu verwandeln, es macht fröhlich und optimistisch.




a presto
bald mehr von den Pinselstrichen...
Margit
( der Holzstuhl ist mit Biofarben gestrichen.. die kleinen anderen Dinge mit Acryllack den ich schon mal für ein anderes Projekt brauchte)