25 Juni 2018

Vorankündigung: "Tag der offenen Gartenpforte"


Liebe Gartenfreunde,

heute habe ich begonnen alles Verblühte zurück zu schneiden, eine Arbeit die ich mit gemischten Gefühlen tue. So hat doch die verblühende Fülle der Alchemilla, die raschelnden Samenstände der Akelei, des Mohns und der vergangenen Iris einen etwas morbiden Charme. Auch das Efeu und die Rote Hasel sowie die Hainbuchenhecke „eskaliert“ ( höre ich jemanden sagen…) während zusätzlich der Bambus vollkommen über die Stränge schlägt. Eine ungeheure Vitalität des „sich erwachsenden“ Gartens die mich geradezu fesselt so wie die scharfzähnigen Ranken des Hopfen welche mir die Arme zerkratzen. Dazu die Brennnesseln die von draußen in den Garten schwingen und mich zusammen mit den wilden Himbeeren zum naschen verführen.

Ja, was wollte ich sagen?- Gemischte Gefühle!
Diese rühren wohl daher, weil ich spüre das erste und zweite Kapitel des Gartenjahres ist schon vorbei,- nämlich genau dann wenn diese Gartenarbeit( siehe oben!)getan ist!

Danach wirkt der Garten im ersten Augenblick etwas verwirrt, doch schon morgen oder übermorgen atmet er auf, - hält kurz inne, genau so wie ich, - und freut sich auf den Sommer!

Apropos Sommer: So wie es ausschaut gelingt es mir einen „Tag der offenen Gartenpforte“ zu veranstalten. Ich plane diesen an einem der Wochenenden ab Mitte Juli ,- den genauen Termin, der natürlich auch noch von anderen Einflussgrößen abhängt, gebe ich hier rechtzeitig bekannt.
  

Natürlich möchte ich heute noch nicht mein Thema, oder „Motto“ unter dem mein Gartentag stehen wird, verraten. Ihr könnt jedoch sicher sein es wird ungeheuer aufregend, faszinierend  und mitreisend werden.

Liebste Grüße aus dem Garten für Elise
Margit

27 Mai 2018

Pompöses Theaterstückchen...


Liebe Gartenfreunde,
ich kann mich nicht an einen Frühsommer erinnern der mit seinem Blütenreichtum so verschwenderisch umging wie dieser. Für mich fühlt es sich an als wollte die Natur im Garten Schritt halten mit dem Zeitgeist der alles beschleunigen möchte. Oder ist es die Ahnung eines trockenen oder zu nassen Sommer? Oder ist es die pure Lust einfach nur zu Werden, zu Blühen und zu Vergehen? Oder ist es diese Erleichterung,- das winzig leisen Zurückwippen der Pfingstrose als all  ihr Tand von ihr abfiel?

Ich gehe immer gemächlich durch meinen Garten. Er alleine gibt mir das Tempo an und er macht mich atemlos vor Staunen und glücklich und traurig zugleich, weil ich weiß: Diese Kulisse und das  Theaterstück mit vielen guten, manchmal auch exzentrischen Darstellern, kann ich nicht unterbrechen oder gar anhalten um es nochmal zu genießen. Der Frühsommer, dieser grandiose Regisseur hat das Drama,- oder ist es eine Komödie : "Garten für Elise" inszeniert und ist mitten in der Vorstellung.
Ich bin nur der Zuschauer, aber verspüre doch sehr stark den Wunsch das Stück würde noch einige Zugaben bekommen, so schön und mitreisend wie es ist.

 Papaver
 Päonia
 Cleamatis
Meconopsis

Herzlich
Margit



Es ist ganz gleich, ob ein Garten klein oder groß ist.
Was die Möglichkeiten seiner Schönheit betrifft, so ist seine Ausdehnung so gleichgültig, wie es gleichgültig ist, ob ein Bild groß oder klein, ob ein Gedicht zehn oder hundert Zeilen lang ist. 
Die Möglichkeiten der Schönheit, die sich in einem Raum von fünfzehn Schritten im Geviert, umgeben von vier Mauern, entfalten können, sind einfach unmessbar.
Hugo von Hofmannsthal

18 Mai 2018

Iris

Iris Sibirica
Wieseniris
Schwertlilie


" Jeder Erscheinung auf Erden ist ein Gleichnis, und jedes Gleichnis ist ein offenes Tor, durch welches die Seele, wenn sie bereit ist, in das Innere der Welt zu gehen vermag..."

aus: Iris
ein Märchen von Hermann Hesse

Für mich ist es immer wieder ein wundersamer Augenblick in den verwirrenden Schlund dieser Blüte zu schauen. Es ist so als würde sie mich hinein ziehen in ihre geheimnisvolle Tiefe: Unendlich!
Der Blütenüberschwang im "Garten für Elise" tut mir in diesen saftigfeuchtgrünen Maitagen fast weh mit seiner Kraft und Schönheit. Sorglos diese Blüte jede Sekunde leben und atmen ohne daran zu denken wie verletzlich sie doch ist. Ich lerne von ihr!

Innige Grüße
a p
Margit



08 Mai 2018

Blauregen...


Liebe Gartenfreunde,
natürlich war ich auch heute den ganzen Tag im Garten, der mich wie in jedem Jahr,- doch in diesem etwas mehr,- fordert und ganz zurückhaltend an meine Grenzen erinnert.
Aber es ist diese meine Garten-Leidenschaft, die sich nicht mit Worten erklären ließe oder beschreiben, welche mich beflügelt.
Hier und dort den Giersch entfernen ( ich habe den letzten in einem köstlichen Quiche verarbeitet...) oder im alten Bauerngarten die Buschbohnen in kleine "Nester" legen.
An meiner "Baustelle weiterarbeiten... mit dem Ziel in diesem Jahr wieder zu meinen "Gartentagen" im "Garten für Elise" zurückkehren zu können.
Niederknien und das Kräuterbeet mit der Pfefferminze aus  der Umarmung des Pfennigkrautes befreien.
Genau in dieser Stunde muss es an meinem Gartentor geläutet haben,- die geschmiedete Glocke ist laut und "eigentlich" nicht zu überhören. Doch ich hörte nichts! Ich war mit den Kräutern, der Erde, den warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut beschäftigt, ganz vertieft und mit den Gedanken auf Spaziergang, Monate oder Lichtjahre zurück, oder Lichtjahre voraus,-weit weg und doch genau dort zwischen den Minzen und der Süßdolde welche so wundervoll duftet.
Ja, und dann tauchte ich wieder auf lief durch den Garten und zupfte, gestaltete und buddelte weiter.
Vorhin, als ein zärtlicher erfrischender Wind meine Wege begleitete verweilte ich unter dem Blauregen, dessen unwiderstehliches Parfüm auf mich leicht verwirrend wirkt.  Vielleicht kam mir deshalb der Gedanke: Es dürfte endlich mal regnen! Nicht in Blau sondern mitten in der Nacht, ganz sacht ( damit der Blauregen nicht seine Blüten regnet)
und mit warmen Tropfen, welche sich in die dürstende Erde ergießen wie ein Labsal.




Liebste Grüße aus einen zauberhaften Maiabend
Margit


01 Mai 2018

Renaissance

Renaissance


oder kraftvolle, leicht und fröhlich anmutende Wiedergeburt meines Gärtchens heute zum 1. Mai...
( und von meinem neuen Gartenzimmer verrate ich heute noch nichts... es braucht noch etwas Zeit es einzurichten)
Die Leichtigkeit des Seins ist manchmal so nah, ich muss nur inne halten und eintauchen in Farben und Düfte in Gestalt und Form.
Im Kopf die Erinnerung an ein Gemälde meines Gartens aus uralten Zeiten...und an mich,-

und in meinem Herzen mein allerliebstes Gedicht,
Seeleverwandschaft

Mein Garten...

a p
Herzlichst
Margit




 
 Kaukasus Vergissmeinnicht
 Grün im Licht...
 Kontemplation

Tränendes Herz 



16 April 2018

Teilen...


Liebe Gartenfreunde,

jedes Jahr im April stehe ich vor der Herausforderung meine Stauden zu teilen. Das ist nicht so ein,- manchmal auch seltsames „Teilen“ wie in den Sozialen Netzwerken( wobei ich bei der Bezeichnung „sozial“ auch meine Bedenken habe…) sondern es ist eine Arbeit mit dem Spaten in der Hand und mit der nötigen Konsequenz, denn welcher Gartenmensch zerteilt gerne eine austreibende Taglilie ohne mitzufühlen?
Danach wandere ich durch den Garten oder schleiche, - um Ausschau nach einem freien Plätzchen zu halten „an dem noch nichts wächst“. Mein Gedanke wandert während der Suche in mein liebstes Gartenbüchlein: Das Jahr des Gärtners ( Carel Capek) in welchem so treffend und liebevoll ironisch genau das beschrieben wird was ich gerade tue. 

Dann, nach der ungezählten Runde, muss ich einsehen: es gibt kein leeres Plätzchen mehr, - jedenfalls nicht um das dritte Wiesenirisbeet zu gestalten oder einen Farnwald um nur zwei Variationen zu nennen.
So greife ich zum Telefon und versuche für meine Pflänzchen eine neue Heimat zu finden.

Meine Empfehlung haben sie alle, besonders der Scharlachwein Vitis Coigneteae der sich in der alten Badewanne angesiedelt hat und nicht dort bleiben kann.( siehe Foto) Dieser Schlingstrauch geht locker 10 Meter über Bäume oder an Rankhilfen die Hauswand hoch… ich liebe die imposante Herbstfärbung bevor die eindrücklich großen Blätter fallen und sich einrollen wie ein Igelchen vor dem Winterschlaf.
Sicherlich habe ich auch zu viele weiße Sterndolden Astrantia und Minze Hemingway und andere Kostbarkeiten.
Und wie meinte ein Freund: „Warte mal ab bis du wieder mit den Ringelblumensetzlingen (Calendula) und mit den Borretschpflänzchen gesegnet bist“ Ich lächelte!

Ein sonniger Gruß aus einem April
Margit


10 April 2018

Gartenseele...



Liebe Gartenfreunde,

Während meiner Gartentage sagte ich oft: "Mein Garten ist der Spiegel meiner Seele"
und war überzeugt, dass ich meiner Seele niemals im Leben mal so weh tun könnte wie ich es tat.

Ich habe ein großes Herzstück aus meinem Garten herausgerissen,- eine Handlung die meiner innersten Hingabe und Leidenschaft, meiner Achtung und Fürsorge für das was tief wurzelt, wachsen und werden will vollkommen widerspricht.
Doch Etwas war stärker als die Hoffnung auf die Gesundung der Buchsbäume. Der Wunsch, oder ein Traum,- die Sehnsucht etwas Neues zu beginnen. Nur ein Quäntchen hat es ausgemacht,- und noch schmerzt die Erinnerung an einen zauberhaften Gartenteil voller Harmonie. Ein Herzstück!
Auch weiß ich nun: mein Garten wird auch zukünftig mein Garten sein und bleiben!

Nun liegt die bloße Erde vor mir, so wie vor vielen Jahren und wartet auf meine Hände, meine Hingabe, meine Leidenschaft und mein ganzes Herz um wieder ein Spiegel meiner Seele zu werden.
Wieder heil in mir.


Und es wäre nicht mein Gärtchen wenn es nicht auch noch Trostpflästerchen gäbe...die
Gartenschlüsselblume, die Anemone, meine Kindheitsliebe auf allen Wiesen und Waldrändern rund um den Zauberberg-und das blaue Lungenkraut.

Lieber Gruß
Margit
 Ich habe die Pflanzen um Verzeihung gebeten...
 Ein Augenblick Fröhlichkeit, das ist die "Kuckucksblume"
 Gartenschlüssel...
Blaues Band...