01 April 2020

Ein Frühlingswind...


Liebe Leser dieser Zeilen,

seit meinem letzten Eintrag sind einige Wochen ins Land gegangen.
Es ist Ende März und ein Frühlingswind…
flüstert mir zu: Das Gartenjahr hat begonnen!


Ein Frühlingswind

Mit diesem Wind kommt Schicksal; lass, o lass
es kommen, all das Drängende und Blinde,
vor dem wir glühen werden –: alles das.
(Sei still und rühr dich nicht, dass es uns finde.)
O unser Schicksal kommt mit diesem Winde.

Von irgendwo bringt dieser neue Wind,
schwankend vom Tragen namenloser Dinge,
über das Meer her was wir sind.

.... Wären wirs doch. So wären wir zuhaus.
(Die Himmel stiegen in uns auf und nieder.)
Aber mit diesem Wind geht immer wieder
das Schicksal riesig über uns hinaus.


Rainer Maria Rilke


Wie kein anderer Dichter kann Rilke Gefühle und Stimmung anstimmen und uns zu überlassen was sie mit uns tun.  Oft finde ich diese Gedichte genau dann wenn sie mich finden.
„Wären wirs doch. So wären wir zuhaus…“
Ein Ort des zuhause Seins ist der Garten, die Natur und Landschaft rund um den Zauberberg. Es tut gut, besonders in diesem Frühjahr,- die Hände wieder in der Erde zu versenken, das alte Laub aus den Beeten zu zupfen und das Efeu zu schneiden bevor die Vögel ihre Nester darin bauen.
In der Erde und Pflanzenwelt verändert sich nicht so viel und das ist ungeheuer beruhigend.
In diesem Jahr möchte ich mich wieder mehr auf den alten Bauerngarten konzentrieren. Gestern kam das Päckchen mit den verschiedenen Saatkartoffeln,- eine „Goldmarie“ und „Higland Burgundy“ und einer Auswahl von Steckzwiebeln an. Dazu noch die Gemüsesamen, Salatrauke, Knoblauchrauke und Cili JalapenoM, Mangold, Spinat, Möhren, Zuckererbsen, Buschbohnen und Hokkaido Kürbis. Kräutersamen wie Bohnenkraut und Petersilie habe ich noch vom letzen Jahr. Ich zelebriere diese Vorbereitung auf die Saat, mag den Geruch der Zwiebelchen und das zarte Rasseln der Samentütchen. Es ist kaum vorstellbar was aus den winzigsten Körnen wachsen kann: Königskerzen oder Muskatellersalbei (Wer möchte gerne ein Pflänzchen davon haben?)
Natürlich konnte ich nicht widerstehen und bestellte auch noch Bartnelken in einem dunklen lila mit weißen Schattierungen, eine Tüte weiß blühende Ringelblume, ein Tütchen Stockrosen in dunkelrosa und natürlich Zinnien die sich auf dem Bildchen der Tüte in unbeschreiblichem altrosa mit tief dunkel roter Mitte zeigen. Dazu noch die weißen Cosmea welche das Staudenbeet rund um das „Schachbrett“ bis tief in die Sommernächte hinein erstrahlen lassen. (davon hab ich aus Versehen zwei Tütchen zuviel bestellt…wer die Tütchen haben möchte…) Ach, ja und Fingerhut in weiß um die schattigen Ecken bei den Eiben aus zu leuchten.
Seit ich mich von fast allen Buchsbäumen verabschiedet habe ist der Platz frei für diese Farben Vielfalt der Einjährigen. Das ist eine erneute Erfahrung, denn früher zu Beginn meiner Gartenleidenschaft( wann war das denn noch mal? vor tausend Jahren?) mochte ich die „Einjährigen und „Zweijährigen“ sehr gerne und hatte immer ein Sträußchen Bartnelken oder Goldlack, Vergissmeinnicht und die duftenden Reseden am Rand der Beete und die frechen Ringelblumen mittendrin.
Bevor ich die Beete vorbereite (Gartenkalk habe ich schon vor ein paar Wochen ausgebracht…) möchte ich zuerst einmal Hopfen sprossen ernten! Dieser Hopfen ist eine famose Pflanze. Jetzt, im zeitigen Frühjahr ernte ich die ersten Sprossen, sie sind dünner als  der begehrte Spargel. Die Zubereitung ist einfach,- in ein wenig Butter braten oder auch in ein wenig Gemüsebrühe sieden für eine Quiche. Danach - es sollten noch so etwa 10-15 Sprossen wachsen dürfen erklimmt der Hopfen die Pergola. Im Herbst reifen die Hopfenzapfen. Deren Verwendung ist ebenso vielfältig wie die der Sprossen in der Küche.
Die Stauden und Kräuter üben sich in Zurückhaltung denn in den vergangenen Nächten war recht kalt. Die Süßdolde ist zuversichtlich und natürlich auch die robusten Akeleien, der Schnittlauch wächst munter und der Bärlauch ebenso.
(man sollte diesen Lauch „einsperren“ sonst zieht er durch den Garten wie ein Eroberer)

Vorhin war ich auf dem Zauberberg, lief durch den Wald und besuchte wie jedes Jahr seit Jahren, - eine besondere Wiese, die Schlüsselblumenwiese!
Doch die Himmelsschlüssel schmiegen sich noch eng ins Gras und warten einfach auf Wärme und Sonne genau so wie meine Gartenstauden und Küchenkräuter.
Dann lief ich zu einem blauen Himmelsauge welches mich an einen See im Engadin erinnert.


Abendgedanken:

Gegenwärtig leben wir alle in einer bizarren, surreal anmutenden Zeit. Es ist ein „zuhause bleiben“ angesagt, ein Rückzug in die Familie, zu Freunden.


Für viel ist dies ein außer gewöhnliche Situation eine neue Erfahrung.
Nicht überall hin fahren zu können, schon gar nicht in ferne Länder zu fliegen. 
Nicht auf Partys zu gehen, zu Konzerten oder ins Kino. Nicht auf den Sportplatz, nicht in die Schule, in die Uni. Zuhause arbeiten… Heimarbeit ist angesagt.
All das sind neue Erfahrungen!
Ich denke die allermeisten Menschen erleben diese Zeit, nicht nur wegen der gesundheitlichen Risiken und Bedrohung, sonder auch wegen dieser ganzen Einschränkungen als schrecklich, als beängstigend, als „Freiheitsberaubung“ als ungeheuren Verzicht.
Vielleicht, das ist mein Wunsch, wird sich diese Bedrohung bald auflösen. Und vielleicht wird nach dieser weltweiten Krise alles anders sein. Vielleicht aber auch wird dieses „anders sein“ auch eine gute Seite haben. In dieser Krise steckt vielleicht ein „Kern aus der Erde“ der uns sagen möchte: Wir brauchen nicht wirklich so viel zum guten Leben. Wir brauchen vielleicht mehr Zeit um zu leben, dagegen weniger Zeit um zu arbeiten. Wir brauchen weniger Dinge, weniger Konsum, weniger Herumreisen. Wir brauchen die Dinge die wesentlich sind. Wasser Luft, Erde Feuer, Zeit um in den Wald zu gehen, einen Garten zu pflegen, Musik zu machen Bilder zu malen. Wir brauchen Zeit um mit unseren Kindern zusammen zu sein, - sie können im Wald und im Garten mehr lernen als in der Schule. Wir brauchen die liebevolle Nähe eines Menschen  Natürlich brauchen wir ein Dach über dem Kopf, einen warmen Ofen im Winter, so viel Geld um die wichtigen Lebens Mittel zu kaufen und ab und zu eine warme Jacke.
Verzicht kann manchmal ein Gewinn sein!
Gestern sagte mein jüngere Sohn: „Es ist  eine Chance für die Leute aus dieser Krise etwas Gutes zu generieren. Die neue Erfahrung der Entschleunigung! Rückbesinnung auf das Wesentliche“
Der Aussage konnte ich nur zu stimmen!

Wunderschön und vollkommen überraschend für mich, in dieser bizarren Zeit, - waren auch Emails und ein völlig unerwartetes Telefonat von Menschen die mir einmal nahe standen. Darin immer die gleich die Frage: Wie geht es dir? Bist du gesund und munter. Erzähl! Und ich erzählte…
Was sind 2 oder 4 Jahre, was sind 8 Jahre oder 10 Jahre? Wie lange dauert eine Nähe obwohl sie weit weg ist? Ein paar Worte am Telefon, ein paar Zeilen in einer Email und die ganzen Jahre sind Vergangenheit und die Gegenwart ist nahe.
Ich bin froh, dass ich alle beisammen habe, Menschen die mich im meinem Leben  mal begleitet haben und noch begleiten.
Niemand verloren? Alle, bis auf einen Wehmutstropfen. Das Wesentliche bleibt, sage ich mir! Oder vielleicht ja doch nicht!

Nun sitze ich hier und lese noch mal das Rilke Gedicht.
„Mit diesem Wind kommt Schicksal; Lass o lass es kommen…“
Herzliche Grüße aus einem 1. April…

Bleibt gesund und munter… und vergesst nicht eure Hände auf die Erde zu legen
bis bald... Versprochen!
Margit




























31 Dezember 2019

Altjahresabend 2019


Altjahresabend Rückblick und Wunschpunsch...

Liebe Tagebuchleser

Einerseits hat das Phänomen der Zeit etwas Unfassbares und Unerklärliches, andererseits versucht man die Zeit in eine Form zu pressen und zu messen.
So gesehen geht also heute das Jahr 2019 zu Ende und morgen beginnt das neue Jahr.

Für mich ist dieser letzte Abend eine Einladung zum Innehalten. Eine Rückschau zu machen auf das Vergangene und einen Ausblick wagen auf die Zukunft.

Wenn ich 2019 einen Namen geben würde oder eine Farbe zuordnen so wäre es leicht, denn das Jahr hatte viele Namen, neue Begegnungen und leichte sowie schwere Abschiede, es hatte glückliche Stunden und Tage des Alleine seins, viele Farben mit kleinen Reisen in große Metropolen,  Nähe und Ferne, Festhalten wollen und Loslassen üben…

Mit großer Freude erfüllt mich die Erinnerung an den Gartentag den ich nach 2015 wieder veranstalten durfte. Es war ein kleiner persönlicher Erfolg für mich da es sehr viel Vorbereitung für mich bedurfte, nicht zuletzt die Neuanlage eines großen Gartenzimmers.
Wunderbar ist auch die Arbeit an einem Gartenbuch, zu welchem mich zwischenzeitlich so viele Besucher von Elises Garten ermuntert haben.

Auch in eine andere Sache ist Bewegung gekommen, nur steht das Ergebnis meiner Bemühungen noch in den Sternen. Es ist meine Art ein Zeitzeuge alter Ortsgeschichte bewahren zu wollen.


Neulich fragte mich ein Freund: „ wie lange kennen wir uns schon?“ ich rechnete lachend nach und kam auf eine ungeheure Anzahl von Jahren.
Dies ist einer meiner größten Schätze, alte Freunde die mich schon fast ein ganzes Leben lang begleiten. Es ist wundervoll das wirkliche und körperliche „Netzwerk“ zu pflegen und darin ein Stückchen Geborgenheit zu finden, was im Grunde nichts mit den so genannten „sozialen Netzwerken“ zu tun hat.  Für mich ist es nötig sich zu spüren, zusammen sein, sich zuzuhören,  zu erzählen… das geben mir diese sogenannten Plattformen nicht her,- da bin ich glaube ich recht bodenständig.

Auch an meiner größten Aufgabe, das Loslassen zu üben, bin ich weiter gekommen.
Einer meiner Lehrmeister war der Garten der  mir gezeigt hat, dass es erleichternd ist sich zu erneuern.
Heute im Rückblick, macht es mir sogar ein wenig Angst, dass in mir die Vorstellung diesen Lebensraum im Odenwald verlassen zu können immer deutlicher wird. Die Gründe für diesen "Sinneswandel" sind vielfältig und manche auch unterschwellig und noch nicht ganz fassbar.
Irgendeine Stimme flüstert mir ins Ohr dass es Zeit ist zu anderen Ufern aufzubrechen.
( wobei ich eher andere Berge schreiben müsste, denn ich kann ja nicht schwimmen…aber ich kann fast jeden Tag auf einen Berg steigen)

Es war ein famoses Jahr mit neuen Eindrücken, Inspirationen und Ideen,
mit Wasser und Feuer und einem Füllhorn voller neuer Erfahrungen und begleitender Erinnerung.
So bin ich heute mit großer Dankbarkeit erfüllt für alles Gute was ich darin fand.



***
Vorhin habe ich  zurückgeblättert im großen Buch,- und bin auf meine Wünsche zum Jahre 2006 gekommen. Es war ein Brief an Jemanden der mir sehr viel bedeutete. In diesem Brief vertrat ich noch die fast unerschütterliche  Ansicht  das Schicksal  liege in den Händen der Schicksalsgöttinnen.

Heute denke ich, zu einem guten Teil ist es wohl wirklich so! Zu einem anderen, vielleicht sehr unwegsamen Teil ist es aber auch nicht so. Sicher liegt das Geheimnis irgendwo dazwischen oder auf dem Weg des "Wollens".

Für das neue Jahr 2020 wünsche ich euch und auch mir alles Gute.
Gesundheit an Körper und Seele. Einen  geheimen Brunnen köstlichen Wassers welches  erneuert und bei Verletzung heilt. Einen Zauber der uns umfängt und die Seele  schützt.
Vertrauen und Mut das zu tun was wir wirklich tun wollen. Wahrhaftigkeit im Handeln. Selbstachtung und Achtung vor den anderen.

Geborgenheit  in uns selbst und in unserem Freundeskreis. Geborgenheit in der Liebe. 
Eine tiefe Seelen- Verbundenheit, Einfühlungskraft und innige Nähe.
Liebevolle Achtsamkeit. Geben und Nehmen.
Und Verzeihen können! Dies ist etwas Großes und braucht viel Herzenskraft und auch Liebe,  das weiß ich!.

Pure Sinnlichkeit, Erotik und Schönheit. Glückliche Stunden in denen die Zeit still steht und alles eins ist.

Ich wünsche uns, dass wir die ganze Natur mit allen Lebewesen endlich als unsere einzige Mutter erkennen die uns an der Hand hält, ohne die wir kleine Kinder sind die sich verirren, sobald wir sie verlieren.

Ich wünsche uns ein offenes Herz das sich dem Frieden zuneigt und die inneren Kämpfe gewinnt.

Und natürlich wünsche ich uns schnurrende Katzen, blühende Gärten, Sonne und Regen, sagenhafte neue Wege, alte und vertraute Pfade, Streifzüge durch Wälder und Wiesen... 

Und irgendwo einen Menschen der das einzige „DU“ ist.
Ein durchaus großer Wunsch!

Herzlich und Nachdenklich...
Altjahresabend 2019

a p 
Margit








22 Dezember 2019

Weihnachtsgefühl...? Gedanken zum 4. Advent 2019


Liebe (Garten)Tagebuchleser,

heute habe ich den Garten mal ein wenig ausgeklammert obwohl natürlich jeder Tag des Jahres ein Garten- Tag ist und sei es nur in den Gedanken und beim Schreiben meines Gartenbuches.
***

Wieder einmal steht Weihnachten vor der Tür!
Vorhin dachte ich an das letzte Jahr, an das vorletzte und an viele andere Weihnachstfeste die ich erinnere, mit all ihren glücklichen Stunden und mit all ihren traurigen.

Zwischenzeitlich muss ich immer tiefer schürfen um an mein „Weihnachtsgefühl" zu gelangen.
Dafür braucht es stille Stunden der lebendigen Erinnerung an ein Fest in einer alten Küche. Mit meiner Großmutter, Eltern, Onkeln, Tanten, Cousins und Menschen die auch irgendwie zur Familie gehörten. Im Mittelpunkt stand das Beisammensein, das gemeinsame Essen, das fröhliche Durcheinander geplaudere, der kleine Tannenbaum mit leuchtendem Kerzenlicht und silbernen  Glaskugeln. Dann plötzlich ein leises Schellengeläute von Draußen her, ein Zeichen die kleinen Geschenke auszuteilen. Nichts Kostspieliges aber alles war kostbar!
Die gestrickten Socken, die warme Unterwäsche, die Haarspange, die Sammeltasse… das Matchboxauto für die Jungs, die Bücher für mich.( Einmal bekam ich ein kleines dunkelrote  Kinder-Klavier, es steht neben mir am PC!)

Es war die Geborgenheit die dieses Weihnachten ausmachte, die Vertrautheit, die Zuneigung und das Liebevolle zusammen mit der Freude anderen eine Freude zu machen. Das ist der Zauber der mich dann wieder umfängt und die zarten Saiten der Seele zum schwingen bringt.
Deshalb war die Adventszeit für mich schon immer eine Zeit des Nachsinnens mit welchem kleinen Geschenk ich meinen Lieben eine Freude machen könnte. Ein Einfühlen in die kleinen Wünsche, diese dann liebevoll verpacken und dabei Vorfreude spüren auf den Moment wo sie geöffnet werden. Das mag ich ganz besonders!

Die oberflächlich anmutende heutige Weihnacht ist nicht nach meiner Art!
Ich ertrage den hektischen Konsum nicht, die Jagt nach Geschenken, die schreckliche Werbeindustrie die lügt und betrügt und Dinge verspricht die im Grunde die Hilflosigkeit und Verlorenheit vieler Menschen nur zum Ausdruck bringt.
***
Gerade habe ich im Archiv http://www.garten-fuer-elise.de/ geschmökert und war erstaunt darüber was ich da über die Jahre alles schon geschrieben habe.
In einigen Texten fand ich mich heute nicht mehr so ganz wieder, doch andere Aufsätze könnte ich heute noch genau so schreiben wie damals.
So lese ich einen Post von 2003 oder 2004 oder, oder, und entdecke, dass sich das wirklich und wahrhaftig wesentliche an „meiner“ Weihnacht nicht verändert.

Vorgestern hörte ich die Frage ( genau so wie 2003…)
„Was wünscht du dir von mir? Du kannst es mir doch sagen“
Meine Antwort war ganz ähnlich der damaligen, doch ich sagte auch noch“ Ich habe keinen materiellen Wunsch. Das was ich mir wünsche gibt es nicht zu kaufen“
***
Ich denke es ist so einfach: Das was wir wirklich brauchen ist nicht zu kaufen!
Es ist die wahrhaftige und echte Zuneigung, Emotion, Nähe, Geborgenheit, Verständnis, Einfühlungsvermögen, die tiefe Seeleverbundenheit und Liebe die wir uns wünschen.
***
Mit diesen Gedanken wünsche euch allen 
einen wohlig- gemütlichen und sinnlichen 4. Adventssonntag,
gewürzt mit viel Vorfreude zum Weihnachstfest…
a p m
bis zum 24. 12 .2019

Herzlichst
Margit




08 Dezember 2019

Garten- Gedanken am 2. Adventsonntag


Liebe Gartentagebuchleser,

zuerst war ich heute morgen auf dem Hausberg, stieg, wie fast an jedem Tag seit ein paar Wochen, auf den Turm und schaute in die grandiose  Landschaft.( ich nenne es „Turmtraining!) Der Wind wurde zum Sturm und nach einer Weile stiefelte ich die Stufe herab, lief durch den Wald und fuhr wieder nach Hause.
Es war wohl etwas am Geschmack des Windes aus Südwest der mich anregte,- denn sie werden es nicht glauben, ich ging anschließend in den Garten! 
Die alten, schwarzbraunen, daumendicken Stängel der Cosmea  passten nicht mehr in  die zauberhafte Leichtigkeit der Gräser und das Laub der Wisteria lag wie ein Teppich auf den Treppenstufen und machte es gefährlich sie zu begehen.
Dann räumte ich noch ein wenig im Gartenhäuschen auf, entdeckte ein kleines Hornissennest, es war heruntergefallen! Die Hornissen hatten im Juli begonnen dieses Nest zu bauen. Doch etwas muss passiert sein, denn nach ein paar Tagen regen Flugverkehrs der Arbeiterinnen erstarb das Summen im Dachgebälk des Gartenhäuschens. Die Nester der Wespen sind geniale Bauwerke und ich bewahre sie gerne  als „Kunstobjekte“ auf.

Dann schnitt ich eine Girlande cremesilberfarbene Samenstände der „Mongolischen Waldrebe“ und dekorierte damit die Seidenkiefernzweige welche in einer alten Kaffeekanne stecken. Es sieht entzückend aus!
Mir wären sicherlich noch diverse andere „wichtige“ Gartenarbeiten eingefallen, doch so langsam beschlich mich das Gefühl dass ich mich doch etwas zurück halten sollte. Immerhin schreiben wir den 8. Dezember und nicht den 8. März…

Also zurück an den Schreibtisch um dort meine Vorarbeiten zu meinem Gartenbuch weiter zu bringen…Eine Arbeit die nicht so einfach und leicht von der "Hand" geht wie das  Rausrupfen der alten Stängel der Cosmea. ..
***
Noch ein paar Tage und wir feiern mal wieder dieses Weihnachtsfest.
Mir bedeutet es schon seit Jahren immer weniger, die Gründe hierfür sind vielfältiger Art.

Der liebste Tag im Dezember ist schon immer der Nikolaustag gewesen und das ist heute noch so.
Als ich mit meinen Söhnen am Nikolaustag telefonierte fragten mich beide warum ich diesen Tag so sehr mag.
Ich sage, es seien Erinnerungen, an viel, viel, viel früher.
An verschneite Straßen und Überraschungsfahrten durch dunkelnde Täler die ich mit Vorfreude im Herzen als Nikolaus gemacht habe. An eine Gestalt im roten Mantel und langem weißen Rauschebart der mit dem Kartoffelsack raschelt in dem die Nüsse aneinander klappern. An zwei Jungs die mit leuchtenden Augen und einem Lachen in der Kehle warten bis er kommt. Der Nikolaus. Der wirkliche und echte, der seine Stimme verstellt und und die Freude und den Zauber kaum noch aushalten kann. Apfel, Nuss und Mandelkern!
Ja, dieser Nikolaus ist mein Weihnachten!

So gesehen kann ich nun einfach entspannen,- in den Garten gehen, egal ob es Mitte oder Ende Dezember ist, durch das Städtchen laufen und nur winzige Geschenke kaufen, vielleicht ein Büchlein…und mich wundern über die Hektik und den Kaufzwang der um sich greift.

Für heute wünsche ich euch allen einen wundervollen,
wohligen und liebevollen 2. Adventssonntagabend

Herzlichste Grüße… bis bald.
Versprochen!








26 September 2019

Septembernachmittag...

Liebe Gartentagbuchleser

So wie es  aussieht ist es Herbst geworden im Garten und rund um meinen liebsten Hausberg.
Die Abende sind schon kühl und heute in der Frühe habe ich ein Feuerchen im Ofen angezündet und saß eine gute Weile an der wohligen Wärmequelle mit dem Schreibblock auf den Knien.

Wie in jedem Jahr fühlt sich der Herbst nach Abschied an. Bald ist es vorbei mit den leuchtenden Blüten und den warmen Tagen und Spaziergänge über die besonnten Wiesen.
Heute kam mir der Gedanke:
Ich müsste mir mal endlich eine neue Winterjacke kaufen!
***
Aber gemach, - zuerst möchte ich noch in den Garten gehen… und ausbuddeln und einpflanzen… und noch ein paar Karotten ernten und kleine Kürbisse, die Hopfenzapfen zum Kranz binden und die getrocknete Minze zum Verräuchern bündeln.
Und wer weiß, vielleicht erwartet uns ja ein ganz famoser Altweibersommer mit grandiosem Farbenspiel in unseren Wäldern, Kastanien im raschelnden Laub und Spinnweben im Haar.
Das wäre eine Wonne!
***

Ich meine niemals vorher im Jahr duftet die Erde so würzig und rund nach voller Reife und so geheimnisvoll wie in der kommenden Jahreszeit.
Es ist die beste Zeit um meine Hände tief in diese Erde zu graben und jede Stunde auszukosten!
Das werde ich tun!

Natürlich ist der End-September auch ein wenig herausfordernd, denn wie in jedem Jahr begehren einige Stauden und zwei Jährige Sommerblumen ein neues Quartier!
Nicht nur der überwältigenden Muskatellersalbei mahnt  mich an doch endlich mit dem „einzupflanzen“ zu beginnen, nein, auch andere Stauden muss ich „teilen“...
Wer also ein Pflänzchen aus meinem Garten bei sich aufnehmen möchte…sende mir ein Zeichen!  (ab Sonntag kommender Woche bin ich wieder da und sofern es das Wetter zu lässt im Garten zu finden!)

Apropos, „Schreibblock auf den Knien“   so entstehen ganze Blattsammlungen, Briefe…und Garten- Notizen ohne direkt vor einem Bildschirm zu sitzen.

Herz erwärmende Grüße
a p m

Margit















12 August 2019

Gartenrenaissance... und ein Dankeschön!




Liebe Gartentagebuchleser

Wie immer nach einem eindrücklichen „Gartentag“ spürte ich heute Morgen ein tiefes befreiendes Aufatmen während meines Rundganges im Garten, eine seltsame ruhige Gelassenheit und Freude über die schönen Begegnungen am gestrigen Sonntag.

Überraschend für mich war, dass mein Thema: Garten Renaissance. Oder Buchsbaum lebe wohl!? so zahlreichen Anklang fand. Es war ein wundervoller Nachmittag mit vielen netten und interessierten Gartengästen. Auch die Wettergötter spielten freundlicherweise mit, es war angenehm zu Lustwandeln und dabei zu erzählen und  Informationen auszutauschen.

Meine „Sendung“ wurde schon nach einem Rückblick auf den Buchsbaum und die mit ihm verwobene Gartengeschichte ganz klar:
Wir brauchen weniger Renaissancegärten als viel mehr eine Gartenrenaissance, - hin zu mehr Vielfalt, Farbigkeit und Abwechslung. 
Die Eintönigkeit des langweilig gewordenen Buchsbaumes durch blühende Stauden, ein,- und zweijährige Sommerblumen, Kräuter und artenfreundlichere  Heckenpflanzen zu ersetzen.( darüber  könnte ich gleich eine ganze Broschüre schreiben...)

Was für mich jedoch nicht bedeutet, dass eine Gartenanlage sich nicht an der Gartenkunst der Renaissance, welche immer noch die Gestaltungsfundamente bildet, erinnern sollte!

Heute möchte ich allen Besuchern für ihr Interesse, für das geduldige Zuhören meiner Ausführungen und für ihr „Hier gewesen sein“ danken. Es war sehr schön mit euch allen!

Danken möchte ich auch meinen beiden lieben Freundinnen für ihre tatkräftige Unterstützung und meinem jüngeren Sohn, welcher mit seiner herzerfrischenden, charmanten Art die Gäste zusätzlich bezauberte.

„Sobald ihr Handeln wollt, müsst ihr die Tür zum Zweifel verschließen“
meinte Friedrich Nietzsche
Ich mache gerade die wundersame Erfahrung, dass es ungeheuer viel einfacher wird wenn man das einfach tut, - die Tür zum Zweifel verschließen!!!

Mit herzlichen Grüßen aus dem „Garten für Elise“
Margit







02 August 2019

Tag der offenen Gartenpforte: Sonntag den 11. August 2019

Liebe Gartentagebuchleser


Es ist soweit: Ich habe mich entschlossen in diesem Jahr 2019 nochmal einen Gartentag zu veranstalten!
Vorgestern sendete ich meinen Artikel an die Printmedien mit der Bitte die Ankündigung des Gartentages zu veröffentlichen.

Und heute möchte ich ein paar Zeilen darüber schreiben.

***
Natürlicherweise hat sich seit 2003 vieles geändert, alles ist im Fluss und man betritt bekanntlich nie zweimal den gleichen Garten.
Für mich hat sich in den letzten Jahren sehr viel geändert,-  auch was die Gartentage betrifft.
So habe ich nur noch sporadisch Hilfe bei der Vorbereitung oder bei besonders anstrengenden Gartenarbeiten bei denen mich regelmäßig mein jüngerer Sohn unterstützt. Er mag die Gartenarbeit ebenso wie ich und ist tatkräftig und konsequent...( was sich bei den Schneidarbeiten oder der Buchsbaumgeschichte gezeigt hat) Er war es auch der mir zuredete, diesen Gartentag zu wagen. Herzinnigen Dank an Ihn auch an dieser Stelle.

Geändert hat sich auch meine Sichtweise: Es ist nicht wie damals im Juni 2003 als der Garten noch im Kindesalter war und ich selbst "Unkraut" oder wirklich wilde Beete belächelte,- nein, heute sehe ich hier und dort noch etwas zu tun, und werde nicht fertig  und lächle,- bei dieser Einsicht,- immer noch.

Also, der Garten ist immer noch wild, an manchen Stellen gezähmt und fast erwachsen, was ein Eingreifen immer schwerer macht.
Doch ich denke ich werde es schaffen!
Die Organisation, den Garten, die Einladungen, die Informationen... und noch einiges mehr.

Hier also meine Einladung:


Garten für Elise öffnet seine Pforte

Seit dem letzten Tag der offenen Gartenpforte im Garten für Elise. sind nun schon ein paar Jahre vergangen.
Dieser hatte das Thema „Mit Goethe durch den Garten“ damals wie heute inspiriert durch seine so wahrhaftigen Worte aus den „Wahlverwandtschaften“ denen sicherlich jeder Gartenmensch nur zustimmen kann.

“ Ein ruhiger Blick, eine stille Konsequenz, in jeder Jahreszeit, in jeder Stunde das ganz Gehörige zu tun, wird vielleicht von niemand mehr als vom Gärtner verlangt.“

Zwischenzeitlich,  hat sich der Garten verändert und gewandelt.
So musste der Buchsbaum, einstmals das Schriftzeichen des Gartens, aus, unter Gartenfreunden allseits bekannten Gründen, seine Präsenz zurücknehmen und anderen Pflanzideen das Feld überlassen.
Diese Umgestaltung war umfangreich und folglich auch sehr arbeitsintensiv und hat die letzten Gartenjahre in Anspruch genommen.
Bekanntlich ist es ein großer Unterschied einen Garten komplett neu zu planen oder einen alten Garten mit dessen Vorgaben zu einem harmonischen Ganzen zusammen zu fügen. 



Ein Garten entsteht nicht dadurch dass man im Schatten sitzt. 
Rudyard Kipling

ich lächle... denn natürlich entsteht ein Garten auch wenn man im Schatten sitzt...
davon bald mehr!





Heute möchte ich Sie, liebe Gartenfreunde zu meinem  "Tag der offenen Gartenpforte" in der „Neuzeit“ einladen, welcher am  Sonntag den 11. August stattfinden wird.

Das Motto des Gartentages heißt:

Garten-Renaissance der Vielfalt,-

oder: Buchsbaum leb wohl!


Mit einem Rückblick auf die wechselvolle Geschichte des Buchsbaumes und die Konsequenzen aus den Anfechtungen der letzten Jahre möchte ich  Gelegenheit zu einem Erfahrungsaustausch anregen sowie die verschiedenen Vorgehensweisen mit diesem „Sorgenkind“ erörtern.


Im Fokus des Gartentages soll aber die Neu,- oder Umgestaltung sein. Welche Möglichkeiten gibt es im unerschöpflichen Repertoire der Stauden, Sträucher und Heckenpflanzen um den Buchsbaum zu ersetzen? Oder stellt sich letztendlich der Verlust als Gewinn heraus? Vielleicht gab diese historische Kulturpflanze in unseren privaten Gärten nur ein Gastspiel, wie schon oft in den vergangenen Jahrhunderten, - und muss sich nun verabschieden um wieder mehr Reichhaltigkeit in unsere Gärten einzulassen.

Natürlich werden Sie am Beispiel der neu gestalteten Gartenzimmer viele Anregungen erhalten und Pflanzideen entdecken um das Thema: „ Die Garten-Renaissance der Vielfalt oder: Buchsbaum leb wohl! mit einem weinenden und noch mehr mit einem lachenden Auge abzuschließen.
Ganz sicher ist eine Neuorientierung hin zu mehr Farbigkeit, mehr Leichtigkeit, mehr Spiel-Raum die beste Art Ihren Garten neu zu kreieren.
Sofern es den Wettergöttern hold ist ,wartet der Garten für Elise tausenderlei Grünbuntem auf, und darüber hinaus mit einer kleinen Überraschung.


Es wird ein Kostenbeitrag von 5 Euro erhoben.
Eine Anmeldung für Gruppen ab 6 Personen ist erwünscht. Weitere Information besonders auch über das Stattfinden bei sehr ungünstigem Regenwetter erfahren sie gerne unter: 06274/928845 oder in www.garten-fuer-elise.de  unter der Rubrik: Top-Neuigkeiten
Margit Klotz
Lindenstraße 9
69429 Waldbrunn/Waldkatzenbach