31 Dezember 2007

Altjahresabend

Ganz im Gegensatz zu den ausgelassenen Silvesterfeuern der Gegenwart kann ich mich noch sehr gut an die ernste, fast magische Stimmung der Silvesternächte meiner Kindheit erinnern.
Natürlich mussten meine Cousins und ich zuerst mal zu Bett…bis wir kurz vor der verheißungsvollen Mitternacht des letzten Tages im alten Jahr gerufen wurden. Oftmals konnten wir natürlich nicht schlafen und wir erzählten und waren sehr aufgeregt und gespannt auf die Minute die das Neue Jahr beginnen sollte.
Dann standen wir an den Fenstern auf denen oft wunderschöne Eisblumen gewachsen waren. Unser heißer Atem schmolz ein Guckloch in die weiße zarte Pracht und wir schauten ganz verzückt in den Sternenhimmel. Die Glocken der alten Kirche, die noch heute zu meinen ernsten Silvesterstunden gehören, läuteten das neue Jahr ein. Kleine Füße liefen die knarrende steile Holztreppe hinunter in die Küche, zum Mittelpunkt des Hauses. ….Prosit Neujahr...für alle die plötzlich in der warmen Küche standen…
Als wir etwas älter waren durften wir so lange wach bleiben wie wir mochten, manchmal haben wir es bis Mitternacht geschafft. Wir mussten aber ruhig sein, denn der Abschied vom alten Jahr war für meine Oma ein Rückblick, ein Innehalten und Nachdenken über das Vergangene. Diese Stunden hatten einen starken Zauber. Die starke Verbindung zu uralten mystischen Ritualen der alten Frau stand im Raum, bereit mit ihr und der Familie das Neue Jahr anzunehmen, zu begrüßen und zu bestehen.
Auszug aus meiner Geschichte :Altjahresabend
Margit mit warmherziger Erinnerung im Dezember 2003

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