07 September 2008

Technoparty...

„Die Welt ist außerhalb der Irrenhäuser nicht minder drollig als drinnen“
Hermann Hesse
Drollig war das was sich am Freitag auf Samstagnacht hier in meiner unmittelbaren Nachbarschaft abspielte nicht! Eher könnte man da von einem lärmenden Irrenhaus sprechen. Kurzum: Die erwachsenen Kinder und ihre Cousins aus dem Nachbarort feierten eine Party. Eine Technoparty! Die Musik (ich möchte diesen Lärm eigentlich nur zu Beginn meiner Ausführung Musik nennen denn mehr als ein aggressiv stimmender Lärm ist es wohl ja nicht.)
Jedenfalls begann alles erstmal gemäßigt, sozusagen als Einstimmung, und wurde dann immer lauter, so dass die Wände des Hauses die Schallwellen auf den Körper übertrugen. Mit fortschreitender Stunde schwand auch meine Zuversicht, die immer gleichen Rhythmen könnten sich mal ändern oder das geistige Potential der Veranstalter könnte dazu ausreichen die Lautstärke etwas zu drosseln, die trotz Ohrstöpsel kaum merklich gemindert werden konnte Diese zaghafte Hoffnung wurde jedoch enttäuscht, denn kaum graute der Morgen wurde der Lärm mit jedem Lichtstrahl noch lauter und zusätzlich von braun angehauchten Liedern untermalt. Das war kurz vor 5 Uhr in der frühe.
Immerhin fand die Party nicht im tiefen Keller statt sondern im offenen Carport und im Freien....Vielleicht bin ich ungerecht und man wollte andere daran teilhaben lassen...?
Zurück blieben nach dem Ärger und einer gewissen Aggression, die dieser Lärm ja tatsächlich hervorzurufen im Stande ist, einige Fragen die ich mir stelle.
Da denke ich zuerst mal an die Eltern, die beide anwesend waren und
es nicht zuwege brachten,( oder bringen wollten..)dass mit Rücksicht oder man könnte es auch Achtung vor der gesamten Nachbarschaft nennen, zumindest für etwas weniger nächtliche Dezibelleistung zu sorgen. Bei aller Toleranz und bei allem Verständnis für Jugendliche fehlt mir hier auch das Gespür für die betroffenen Mitmenschen.
Wie kann es sein, dass fast das halbe Dorf kein Auge zutun kann nur um eine „Feier“ dieser Kategorie zu ermöglichen?
Zurück bleibt auch die Frage warum, in meinen Augen sozial gebildete Menschen, davon ausgehen dass dieses Verhalten von den Betroffenen stillschweigend gebilligt wird. Natürlich könnte man argumentieren: Die Jugend muss Freiheiten haben... oder es wird nicht alle Tage gefeiert. Das ist beides gültig. Jedoch sollten durch Musik, oder der Lärm wie man es auch nennen kann, nicht die absoluten Grenzen, die Freiheit der Mitmenschen derartig durchbrochen und auf die Geduldsprobe gestellt werden.
Zurück bleibt auch die Frage: Wie kann jemand eine schöne Nachbarschaft, die auf gegenseitigem Respektieren der Lebensweisen und auf freundliche Achtsamkeit gegründet war, in einer Nacht so der (Zer) Störung ausliefern?
Es macht mich, nachdem der Ärger, die bleierne Müdigkeit die auch den folgenden Samstag alle Verabredungen absagen hieß; immer mehr betroffen und nachdenklich. Zusätzlich auch ein wenig ängstlich, denn es könnte sich ja wiederholen.
Natürlich stehe ich mit diesen Fragen nicht alleine, auch andere in unmittelbarer Nähe zum Partyort waren betroffen und fühlten sich sehr beeinträchtigt.

Diesen Eintrag schreibe ich auch um mich von Lärmbelästigung hier an meinem Heimatort und überall wo ich sie antreffe, zu distanzieren und ich würde sie auch in meiner Familie niemals billigen.
Ich bin mir sicher, und das macht mich etwas stolz, dass ich bei meinen Söhnen die Grundlagen zu sozialem, rücksichtvollem Verhalten gelegt habe und ich solches nicht zu befürchten habe.

Seit gestern ist wieder Ruhe eingekehrt. Es hatte den Anschein als ob sich auch meine Hainbuchenhecke erholen müsste, nachdem die Töne sie verbogen hatten. Eine Stimmung wie nach einem Sturm der zerstörte und den Göttern sei Dank anschließend in die Tiefe der Unterwelt zurückfiel.

Ein klangvoller Gruß aus dem Garten für Elise der sich nach dem Klavierspiel von Beethoven sehnt
m

PS. bald mehr zu meinem Herbstgartentag. Cydonia: Die Quitte
auf den ich mich schon sehr freue.
Margit

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