21 Dezember 2020

Gartenjahr und Weihnachstwünsche

 

Liebe Gartentagebuchleser

Gerade sah ich, dass mein letzter Eintrag  nun schon ein gutes halbes Jahr zurück liegt.

Es war im Mai und das Gartenjahr hatte gerade an Fahrt gewonnen....da war mir die Erde näher als der PC...

Doch zuerst möchte ich, wenige Worte zu dem diesjährigen Hauptthema, die Viruskrise, schreiben.

Mich persönlich hat sie nicht tangiert, lebe ich doch, wie seit Jahren ganz im Garten versunken und mit der Landschaft umgeben und mit Freunden die das ganze Thema mit ähnlichen oder gleichen Augen betrachten wie ich.

Ich habe neben anderen verschollenen Fähigkeiten auch das Brot backen wieder neu entdeckt, vieles kann man selber machen, selbst anbauen selbst ernten und das zu tun ist ungeheuer befriedigend!

In der ganzen Zeit sind die Bindungen an alte und auch an neue Freunde eher enger und inniger geworden. Es gab viele Besuche im Garten, Spaziergänge und interessante Gespräche über Gott und die Welt. Es war schön!

Sicher, die Virus-Bedrohung ist nicht von der Hand zu weisen, - ob diese ganzen Regeln, Verordnungen usw. letztendlich erfolgreich sind wird sich zeigen. Doch, - erfolgreich sind sie heute schon in dem Sinne, dass die Menschen größtenteils von Unsicherheit und Angst gesteuert sind/ werden und viele in Isolation und Einsamkeit treibt.

Gut: Für mich ist es gerade mal möglich die nötigen Einkäufe zu machen indem ich mir ein altes Kopftuch welches meine Mutter einstmals zur Heuernte auf dem Kopf trug als „Räubermaske“ umbinde. Eine Schutz-Maske trage ich grundsätzlich nur wenn ich ein altes Möbelstück abschleife!

Diese Atmosphäre in den Lebensmittelmärkten sowie auch auf den Straßen der Innenstadt meines Städtchens treibt mich sofort wieder zurück aufs Land.

Die so genannte „Ausgangssperre“ erinnert mich an Erzählungen vom letzen Krieg, -  und  gegenwärtig fühlt es sich an als herrschte wieder ein Krieg, - nur gegen einen Gegner der so, sehr wahrscheinlich nicht zu besiegen ist. Ebenso diese so genannten Impfungen, welche hoffentlich, neben anderem,- vielleicht, die Furcht der Menschen etwas eindämmen.

Was es von meiner Sicht dringend bräuchte wäre eine grundlegende Umwälzung in sehr vielen Bereichen unserer Gesellschaft, welche wirklich krankt und nicht erst seit dieser Virus aufgetaucht ist. Ich möchte die vielen Bereiche nicht nennen, doch einen der momentan ja vielleicht auch leise wahrgenommen wird ist die sich seit Jahren vollziehende Abkehr des Menschen  von der Natur.

Sei es wie es sei! Nachdenken ist immer eine gute Sache, finde ich.

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Nun aber zu meinem Hauptthema dem Garten.

Das Gartenjahr war einfach wunderschön.  Im alten Nutzgarten wuchsen auf der einen Seite Kartoffeln und Kürbis, neben Zucchini. Dazwischen die goldgelben Calendula, die wie sich nicht an Grenzen halten. Dazu, am Weg entlang der Muskatellersalbei der mich im Vorübergehen immer parfümierte. Auf de „besseren“ Seite so nannte sie meine Großmutter, - wuchsen Karotten, Bohnen, Salate, Petersilie und Basilikum.

Zum ersten Mal hatte ich ein Beet Koriander. Und was soll ich sagen: Ich  entdeckte eine große Vorliebe für dieses Kraut und ich zupfte mir bei jedem Gartenrundgang eine Hand voll ab und genoss den Geschmack pur, so wie ich es auch mit den Salbeiblättchen dem Rosmarin und dem Basilikum immer schon machte.

Es waren traumhafte Monate und: was braucht der Mensch mehr als Eins Sein mit Natur und Erde? Ja, und zumindest einen Menschen braucht er der das alles teilt!

Im Blumengarten dominierten die weißen Cosmea und natürlich der Muskateller. Neben diesen sind jedoch die Beetstauden und die Gräser die eigentlichen „Hausherren“ und machte das mit überreicher Blüte auch deutlich.

Ich liebe es durch den Garten zu laufen denn er ist es der mir dann sein Tempo vorgibt. Hier ein Unkräutchen zupfen, dort einer Holzbiene zuschauen, hier eine Nase voll Rosenduft und dort ein paar Gräserhalme die durch meine Finger streifen.

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Nun heute Wintersonnenwende. Die Tage werden schon wieder länger und die Sonne kehrt zurück.

Soll ich noch verraten dass ich (natürlich!) schon nach den ersten Triebspitzen der Schneeglöckchen gesucht habe? Es ist doch nicht verwunderlich, denn die milden Temperaturen ziehen mich hinaus.

Hinaus, hinaus in ein Wandergebiet welches den Namen von der Eiche hat.

An meinem Hausberg war mir bislang zu viel Umtrieb. Ich schätze es nicht wenn ich alle paar Meter auf Leute treffe, denn ich genieße den Wald lieber ungestört.

Es ist ein großer Vorteil von uns Landmenschen dass wir gerade in dieser seltsamen Zeit das Privileg haben nach ein paar Schritten in der ursprünglichen Natur zu sein.

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In drei Tagen ist Weihnachten!

Für viele Menschen in diesem Land und auch in anderen Gefilden wird es wohl ein ganz anderes Weihnachten werden.

Vielleicht schon bei den Vorbereitungen hat man einen oder mehrere Gänge herunter geschaltet, weniger konsumiert, weniger herumgesucht und vielleicht auch dabei entdeckt: Es geht auch sehr gut ohne den ganzen Rummel mit glühweingeschwängerten Weihnachtsmärkten und Lichterketten bis zur Völlerei.

Vielleicht ist es auch eine Chance sich auf das wirklich Wesentliche zu beschränken.

Ein Zusammen sein im kleinen Familienkreis, zusammen Kochen, Essen, Erzählen und die wahre Botschaft dieses Festes ins Herz zu lassen.

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Ich wünsche euch allen die hier ab und zu mal mitlesen ein gesegnetes ruhiges, fröhliches und auch ausgelassenes Weihnachtsfest.

Ich wünsche euch tausend innere Lichter, glückliche Stunden zusammen mit den Menschen die ihr liebt.

Ganz herzliche Weihnachtsgrüße aus dem Garten für Elise

und von mir

Margit

 

 




 


 

 

 

 

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