06 Januar 2007

Des Gartens neue Kleider….

Es ist bestimmt nicht schwer zu erraten, wohin ich heute am späten Vormittag, nach einer kleinen Reise in die lebendige Mitte des Lebens meine ersten, wieder ankommenden Schritte lenkte.
Ich öffnete das moosige, feuchte Gartentor, trat in den umgrenzten Raum meines Gartens, der mich wie schon so oft mit seiner unwiderstehlichen Aura umfing. Weder der Regen noch die feuchtkalte Nebelluft konnte mir da noch etwas anhaben.
Wie immer lief ich zuerst in die Mitte des alten Bauerngartens, in sein Herz das von einer hohen Buchsbaumhecke umgeben ist. Ein magischer kleiner Platz in den man sich versenken kann, was den vielen Gartebesuchern der vergangenen 4 Jahre ja gut bekannt ist.
Dann schlenderte ich weiter, vorbei an den Eiben, nach Westen auf die Wiese zu den alten Birnbaumpersönlichkeiten. Plötzlich wusste ich auch warum ich mich bückte und meine Hände über die Wiese streifen ließ, suchend nach den ersten winzigen harten Triebspitzen der „Weißröckchen“
Es ist Anfang Januar, Margit, nicht Anfang März…
Doch der Buchsbaum strahlt in hellem Grün, die Wiese ist saftig und die Rosen haben noch Knospen, ja im Schutze des Gartenhäuschen haben die „Jungfern im Grünen“ zuversichtlich ihr filigranes Laub ausgestreckt.
Das blaue Gartenzimmerchen offerierte dann noch die ersten Pfeilspitzenblätter der Traubenhyazinthen und als ich an der Zaubernuss vorbeistreifte entdeckte ich die ersten Blüten. Was soll ich darüber denken?

Nun ist meine Reisetasche vorerst wieder verstaut, denn wie sagte meine Großmutter: "Am „Heilig Drei König“ ist der Tag einen Hahnenschrei länger. Die gemächliche Winterruhe ist zu Ende..."
Es ist soweit: Die Tage werden wieder länger… zu jedem Tag kommt ein "Hahnenschrei" hinzu.
Dies ist für mich ein Signal, ein Aufruf meine Vorbereitungen, meine Entscheidungen auf ganz unterschiedlichen Ebenen zu treffen. Wege zu beschreiten die sich als gut, als erfüllend oder erfolgreich bewährt haben aber auch neue Wege und Pfade zu betreten, neugierig, und mit überzeugter ( überzeugender…) Konsequenz
Gestern war ich ein wenig bummeln, und ich habe ein ungewöhnliches Kleid probiert…
Dabei dachte ich:
Mein Garten für Elise wünscht sich einige neue Gewänder.

Die bunte Vielfalt der Stoffe liegt hier vor mir ausgebreitet wie eine Offenbarung. Da sind die feinen Tuche, aus Träumen gewoben, kühlendes Leinen das nach Erde und Wurzeln duftet, kostbare Brokate aus Italien und Frankreich und der purpurrote und schwarze Samt den ich besonders liebe.
Natürlich hat Elisens Garten auch einige Lieblingsstücke die wie eine zweite Haut passen und immer mehr Aura besitzen je mehr Patina sie ziert.
Dann sind da auch die Accesoirs, die wertvollen Edelsteine und die silberhellen Kettchen,und sagenumwobene Amulette die man nicht so einfach ablegen möchte.
Die neuen Kleider des Gartens sollen seine Schönheit und Anmut unterstreichen, ihm noch mehr Ausstrahlung und Magie verleihen, das dunkle Geheimnisvolle mit dem Kristallklaren verbinden.
Es sind meine eigenen Gewänder die ich im Jahr 2007 tragen möchte.
Nun gilt es anzumessen, auszuwählen und zusammen- zu- nähen. Da gilt es ein klein wenig zu ändern, die verlockenden Farben und Stoffe ans Vorhandene anzupassen..oder gänzlich Anderes zu entwerfen.
Um das Beste, das Schönste das Außergewöhnlichste zu finden muss ich in mich hineinspüren, hören was meine Intuition mir da zuflüstert. Denn meine Kleider sollen eng anliegen, die Konturen betonen unverwechselbar zu mir passen.

Die alte Adler-Nähmaschine steht bereit…die Fäden sind gezogen, die Spule liegt im Schiffchen….
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Jetzt, sogleich, sobald ich ganz genüsslich den Tee ausgetrunken habe, der mir bei diesem Tagebucheintrag schmeckte beginnt diese wundervolle kreative Arbeit, die schöpferischen Januarwochen.
„Nichts geschieht, ohne dass ein Traum vorausgeht“

In diesem Augenblick... fängt die Zukunft an, das Erwachen.

Alles Liebe

a presto
m

a p
m

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