07 April 2007

Zwiebelschalen...

...Am Ostersamstag stieg ich die steile Holztreppe hoch zum „Vorboden“ um die alten Brotnäpfe herunter zu holen. In der Küche war ein geschäftiges Treiben angebrochen. Meine Tante knetete den Nudelteig, und ich formte mit klebrigen Händen eifrig meine Markklößchen für die Festtagssuppe. In der gusseisernen Pfanne schmorte der Braten und ein köstlicher Duft stieg uns in die Nase. Und in der Schüssel ging der Hefeteig bis er über den Rand lugte. Dies war der Tag an dem wir das Ostersonntagsessen vorbereiteten. Waren alle Töpfe und Pfannen in der Speisekammer verstaut, und der leckere Kuchen aus dem Backofen geborgen, begann die lustige und hochinteressante „Osterhasenarbeit“.. Alte schwarze Töpfe gefüllt mit Kräutern und Zwiebelschalen, die Strohnäpfe und eine Speckschwarte verwandelten die Küche in eine alchimistische Werkstatt. Unzählige Eier wanderten in die geheimnisvoll dampfenden Töpfe. Ich war in meinem Element immer ganz gespannt auf die Farben der Eier die sich immer änderten, je nach Konzentration der zugegebenen Kräuter und Schalen. Den letzten „Schliff“ erhielten die Eier nun mit der Speckschwarte. Das Fett ließ die satten natürlichen Farben leuchten..
aus: Lebenszeiten
alchimistische Ostersamstagsgrüße
a presto
m
a p
m

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