01 September 2009

Wenn es nur einmal so ganz stille wäre...










Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
Wenn das Zufällige und Ungefähre
verstummte und das nachbarliche Lachen,
wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen -:

Dann könnte ich in einem tausendfachen
Gedanken bis an deinen Rand dich denken

und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
um dich an alles Leben zu verschenken
wie einen Dank.

aus: Das Stundenbuch
Das Buch vom Mönchischen Leben
Rainer Maria Rilke

Ein lieber Abendgruß überall dorthin wo er ankommen möchte...
a pesto
m

4 Kommentar(e):

Blogger mkh sagte...

Grandioses Gedicht! Guter Rainer Maria!

Als Dank ein ebenbürtiges zurück:
__________________

Über allen Gipfeln
Ist Ruh´
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch.
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch.
__________________

J.W. Goethe



Ein schöner RNZ-Artikel heute über dich und deinen Garten für Elise!
Wieder mal sehr gut geschrieben von Peter Lahr. - Ich würde anfragen, ob du den Beitrag als pdf bekommen kannst, vielleicht auch für die Website?

9:56 PM  
Blogger Margit sagte...

Goethe ist gut!
Die Stille und die Ruhe, das Innehalten und Abstand gewinnen von allem Gelärme und dem Alltag. Die Augenblicke des Eins- und Selbstseins sind selten und kostbar...
Gedichte sind ein geheimnisvoller Schlüssel zur Seelen... ruhe. Für mich!

FÜR MICH
Das längst Gewohnte, das alltäglich Gleiche,
Mein Auge adelt mirs zum Zauberreiche:
Es singt der Sturm sein grollend Lied für mich,
Für mich erglüht die Rose, rauscht die Eiche.
Die Sonne spielt auf goldnem Frauenhaar
Für mich - und Mondlicht auf dem stillen Teiche.
Die Seele les ich aus dem stummen Blick,
Und zu mir spricht die Stirn, die schweigend bleiche.
Zum Traume sag ich: »Bleib bei mir, sei wahr!«
Und zu der Wirklichkeit: »Sei Traum, entweiche!«
Das Wort, das Andern Scheidemünze ist,
Mir ists der Bilderquell, der flimmernd reiche.
Was ich erkenne, ist mein Eigentum,
Und lieblich locket, was ich nicht erreiche.
Der Rausch ist süß, den Geistertrank entflammt,
Und süß ist die Erschlaffung auch, die weiche.
So tiefe Welten tun sich oft mir auf,
Dass ich drein glanzgeblendet, zögernd schleiche,
Und einen goldnen Reigen schlingt um mich
Das längst Gewohnte, das alltäglich Gleiche
Hugo von Hofmannsthal


Den Artikel von Peter Lahr kenne ich nicht! Wusste auch nicht, dass er heute erschienen ist. Habe die Zeitung nicht parat... und auch keine pdf Datei bekommen. Aber das macht nix... kanns ja morgen irgendwo nachlesen...Was hat er denn geschrieben? Ja, ja der Garten für Elise...(...)
Ein Gruß zur guten Nacht
m

10:43 PM  
Blogger Margit sagte...

Kleiner Nachtrag:
Habe heute den Artikel gelesen. (Oh, je wie sieht’s in meiner Seele aus?...)
Doch, da hat Peter Lahr die Quintessenz meiner manchmal wilden, sehr umfangreichen Ausführungen, sehr gut herausgehört.
Hab’s auch falsch verstanden: Dachte, (so unkompliziert wie ich in diesen Dingen bin...)dass es die pdf ohne Anfrage geben könnte. Es ist eine gute Idee von dir darum zu bitten.

Grandios sind Rilkes Gedichte für diejenigen die seine Sprache sprechen... eine die gut tun kann...meine ich.
Ein lächelnder,( leider schon...) leicht herbstlich angehauchter Gruß
m

6:49 PM  
Blogger mkh sagte...

Gerne. Gut Nacht.

11:37 PM  

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