10 September 2018

Zwetschgenbaum...und Zauberberg


Liebe Gartenfreunde,

ich kann mich gut erinnern! Viele Begebenheiten und Gespräche bleiben als „Backup“ irgendwo in mir gespeichert, oftmals so klar und intensiv als wären sie gestern gewesen.
Manchmal denke ich es ist,- der Regel- eine gute Sache, sich zu erinnern, dann wenn es z. B. um Vorträge geht welche mich interessieren, oder Bücher die ich gelesen habe oder Filme die ich sah oder anderes Interessantes was sich in meine Tagesabläufe spielt.
Das eine oder andere würde ich auch gerne vergessen,- so webt sich das Eine ums Andere und vielleicht hat alles eine Bewandtnis.
Natürlich ist dies nur die Hälfte des Ganzen, so sag ich das nun mal, denn wahrgenommen und abspeichern ( um es in der PC üblichen Sprache zu sagen) tue ich natürlich ( so wie wir alle mehr oder weniger…) nur die Begebenheiten, Gespräche oder Begegnungen die sich eingewirkt haben und Einlass fanden irgendwo in mir.

Ja, was wollte ich eigentlich sagen: Ich kann mich z. B. erinnern, dass 2006 und 20011 ein herausragendes Zwetschgenjahr war. Damals 2006 gab es noch drei Zwetschgenbäume hier im Garten und heute gibt es nur noch einen, der beste Baum unter denjenigen die schon gefallen sind. Auch dieser ist zwischenzeitlich alt und sterbenskrank. Doch, - und das macht mich etwas traurig,- trägt er soviele Früchte, dass einige Äste abgebrochen sind von der Last. Es ist so, als würde er mir noch einmal dieses Geschenk seiner köstlichen Zwetschgen machen wollen bevor er sich ergibt.

Heute habe ich also Zwetschgen eingekocht und eine unsäglich feine Marmelade schmurgelt gerade noch im Backofen. Ein altes Rezept meiner Patentante, mit Zimtstange und Sternanis, ohne Zucker, - nur die sonnige Süße dieser alten Zwetschgensorte ( welche wohl keiner mehr kennt, - ich fragte schon einen Fachmann!)

Am Nachmittag zog es mich dann zum Zauberberg Katzenbuckel. Ich stieg in mein ( etwas marodes) Auto und fuhr hoch zum Parkplatz, packte mir ein Büchlein in den Rucksack und lief los. Gleich am „Aufstiegsweg“ leuchteten die lilarosa Pfaffenhütchen und der Weißdorn trägt ein rotes Kleid. Die sattblauen Schlehen sind reif ( besser wäre  diese Beeren nach dem ersten Frost zu ernten, wenn überhaupt- ich tue das nicht, sie gehören den Vögeln!)

Wie so oft ist Anfang der Woche keine Menschenseele dort oben unterwegs,, obwohl ich  auf dem Zauberberg immer Seelenhaftes spüre.
Es war sagenhaft!  Obwohl die Sonne sich hinter den Wölkchen versteckte. Eine leichte warme Brise hüllte mich ein und meine Gedanken, gingen schneller spazieren als ich laufen konnte.
Seltsam, dachte ich,- wie sich Wege dem Leben angleichen oder das Leben den Wegen. Kaum denkt man es geht mal schön gerade aus, übersichtlich und gemächlich,- so kommt eine Kurve, danach gleich ein Wegkreuz.
Oder man lenkt in einen Pfad ein,-ohne dass es im Gehen bewusst ist und findet sich plötzlich mitten im Wald wieder,- so wie ich vorhin.
Oh, je genug!
Ich möchte heute nicht philosophisch werden.



Herzlich
Margit



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