16 November 2006

Frühling im November!


So ganz weiß ich nicht was ich von dem Wetter halten soll.
Auf der einen Seite mag ich ja mit meiner immer südlicher anmutenden Lebenseinstellung die Wärme sehr. Auf der anderen Seite weiß ich jedoch, dass ich im Moment jedenfalls, noch hier am Katzenbuckel bin und nicht im Tessin.
Meine Gartenbewohner wissen, glaub ich, auch nicht so recht was sie von diesen warmen Novembertagen halten sollen.
Über die Mittagszeit war ich einige Stunden im offenen Gartenhäuschen gesessen und habe die Fliegen beobachtet die ihre zu Ende gehende Lebenszeit mit einem Licht durchwobenen Tanz unter blauem Himmel feierten. Dabei trank ich einen Tee und schaute ins Gästebuch des Garten für Elise das ich mir als Lektüre mitgebracht hatte. Ich erinnerte mich an meine vielen Gartengäste der vergangenen Jahre. Dann dachte ich darüber nach welchen meiner Träume ich im nächsten Frühling am liebsten verwirklichen würde.
Eine Stunde des Zeit-Vergessens.
Als ich die Sonne nach Westen wandern sah, setzte ich meinen Gartenspaziergang fort. Dabei entdeckte ich die Gänseblümchen und die der rosa Malven… Aber nicht genug des Blühens, nein der Borretsch hebt zu neuen Taten, an und sieht so aus als ob er nicht wüsste, dass es bald doch noch kälter werden kann…ich habe es ihm aber zugeflüstert.
Dann schlenderte ich weiter, jeden wärmenden Sonnenstrahl genießend. Ein unwirkliches Blau scheint durch die Efeuwand und lockte mich an. Aconitum, schön und genau so gefährlich…
Dann besuche ich den sterbenden Birnbaum um in seiner alte Wunde nachzuschauen ob das kunstvolle Hornissennest noch da ist. Die Waben finde ich aufgebrochen und das Nest verlassen, die Insekten lassen sich in ihrem Lebenszyklus offensichtlich nicht durch die warmen Novembertage beeinflussen.
Während ich am Fenster sitze und dies schreibe, schaue ich dem vergehenden Tag zu, den Schattenspielen um die alten Bäume und sende meinen Gruß hin zu der mir sehr lieben alten Dorflinde die eine erhabene Ruhe ausstrahlt über allem Anderen.
Eine köstliche Stille, eine Zufriedenheit liegt über dieser Landschaft die in der hereinbrechenden Dämmerung ihre klaren Konturen zeigt.

Dunkelrot glühender Feuerabendgruß
a presto
m
a p
m

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